In der WDR-Sendung west.art lautete das Thema diesmal: Ist die katholische Kirche noch zu retten?
Die Diskussion rund um die Themen Pädophilie, Missbrauch, Zölibat, Homosexualität und Frauen im Priesteramt bestritten Ansgar Wucherpfennig, Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger, der einen neuen Aspekt in die Waagschale der Missbrauchsdebatte wirft und dabei aus eigener Erfahrung spricht, der ehemalige Priester Norbert Reicherts, der schon vor Jahren gemeinsam mit seinem Lebensgefährten die kirchliche Anstellung kündigte, um dann das Zentrum für praktische Theologie und Seelsorge zu gründen, der Journalist Alan Posener, die Sprecherin der Generation Benedikt Larissa Elter und der Theologe David Berger, der sich jüngst öffentlich als homosexuell outete und daraufhin sein Amt als Herausgeber der Zeitschrift Theologisches niederlegte.
Natürlich ging es hier, wie schon erwähnt, um das Thema Kirche, doch fiel mir sehr schnell auf, wie immer wieder nebenbei feministische Thesen und Argumente in die Runde geworfen wurden; von den Männern. Da hieß es, Frauen sollten doch selbstverständlich auch Priesterinnen werden können, die Massenvergewaltigungen in und unmittelbar nach Kriegen seien gewiss noch viel schlimmer als der jetzt in den Medien behandelte Kindesmissbrauch durch katholische Priester (!) und der Umstand, dass Männer und Frauen in der katholischen Kirche nicht gleichberechtigt seien, sei überhaupt untragbar. (mehr…)
Die neue Milchschnitte-Werbung ist für mich ein Paradebeispiel für die Widersprüchlichkeit der Menschen, wenn es um das sich wandelnde Frauenbild geht. Susi Kentikian ist Boxerin, dementsprechend beginnt auch die Werbung mit ein paar fliegenden Fäusten in Richtung Kamera. Doch dieses alternative Weiblichkeitsbild währt nur 2 oder 3 Sekunden, dann war es das. Der Rest ist wieder ganz „Frau“, Susi Kentikian ist ganz Frau. Sie trägt pinke Strumpfhosen und extrem hohe Absätze, außerdem ein knatschenges Kleidchen, mit dessen Reißverschluss sie sichtlich „kämpft“. Dazu berichtet sie uns:
Wenn man wie ich eine Kämpferin ist und es täglich mit den unterschiedlichsten Gegnern zu tun hat, auch schon mal mit ziemlich unbequemen, die einen wirklich fertig machen wollen und sich mit allen Mitteln wehren, dann braucht man zwischendurch schon mal was, das nicht so reinhaut.
Wenn enge Kleider, Reißverschlüsse, hohe Absätze und ein perfektes Styling als Gegner empfunden werden, die einen wirklich fertig machen wollen, warum gibt man sich denn dann damit überhaupt ab? Und warum in drei Teufels Namen muss ausgerechnet eine Boxerin hier als Püppchen dargestellt werden? Nur damit Männer beruhigt denken können: „Ach, auch die ist also doch bloß eine ganz normale Frau.“? Gerade mit dem Slogan „etwas, das nicht so reinhaut“ könnte man doch perfekt eine Werbung verbinden, die eine verschwitzte Susi Kentikian beim Boxtraining zeigt, in ihren Trainingsklamotten. Aber die Botschaft soll wohl sein: Egal, was Frauen mittlerweile alles tun, ob sie Automechanikerinnen sind, Boxerinnen, Soldatinnen oder Informatikerinnen – sie sind trotzdem immer noch (Klischee-) Frauen, die im Grunde an nichts anderes denken, als sich hübsch zu machen (für den Mann). Toll.
Neulich in der Bahn: Ich sitze und fahre und träume, nichts Böses ahnend, vor mich hin, als sich plötzlich eine zugestiegene ältere Dame neben mir aufbaut, ihren Stock verdächtig in meine Richtung schwenkt und mich anschnauzt: „Ich will sitzen!“ Das möchte ich auch gern, denke ich, wenig angetan von solch unhöflichem Verhalten. Meine Empörung wird mir anzusehen sein, als ich stumm meinen Platz für sie räume. Ich höre sie noch einige barsche Worte murmeln und drehe mich weg. Da schallt es hinter mir, als wolle sie noch einmal nachlegen: „Die jungen Leute können doch stehen!“ Das sagt sie so, als hätten junge Menschen generell zu stehen, weil sie es eben können. (mehr…)
Heute war der Tag der Tage. Nachdem ich es eine Weile vor mir hergeschoben hatte, wagte ich mich in die Höhle der Fotografin und ließ sie ihres Amtes walten. Im Zuge dessen kam mein knapp 29jähriges Gesicht zum allerersten Mal in Kontakt mit Make-up, jawohl.
Wie hatte es so weit kommen können?
Letzten Donnerstag fand ich mich am frühen Nachmittag in einem hiesigen Fotostudio ein und unterhielt mich etwa eine halbe Stunde freundlich und angeregt mit dem Chef desselbigen, der all meine Zweifel und Sorgen bezüglich meiner Bewerbungsfotojungfräulichkeit zerstreuen konnte. Dass ich mich nicht schminke quittierte er mit begeistertem, bewunderndem Lob. (!) Er versuche immer seine Frau vom Schminken abzubringen. Ich müsse mir da gar keine Gedanken machen, die Fotos könne man selbstverständlich ungeschminkt machen, das sei bei mir gar kein Problem.
Hach, dachte ich, dass ich das noch erleben darf. Mal kein „Wie, du schminkst dich nicht?“, so als hätte ich gerade geäußert, dass ich im Supermarkt nie bezahle, sondern einfach rausrenne. Oder vielleicht auch so, als hätt ich gesagt, ich hab mich noch nie im Leben gewaschen. (mehr…)
Vor ein paar Jahren machte mich einmal ein Freund darauf aufmerksam, was passiert, wenn ich nach „korrekte anrede dozentin“ google. Google fragt hilfsbereit und kompetent: „meinten Sie: korrekte anrede dozent?“
Heute dachte ich, vielleicht hat sich ja inzwischen etwas getan und das Wissen um die weibliche Sprachform hat inzwischen auch Google erreicht. Ich probierte es also wieder – mit demselben Ergebnis. Allerdings fragte ich mich dann, Moment, vielleicht hängt das einfach damit zusammen, dass mehr Menschen nach dozent googeln als nach dozentin. Dies ist aber nicht der Fall. Für „korrekte anrede dozentin“ existieren 3810 Suchergebnisse, für das Gegenstück mit dozent nur 3050. Das spricht ja wohl für sich.
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